"Rock Harz" Festival - Heavy Metal vs. Teufelszeuch - Metalheads wissen wie man feiert
"Rock Harz" Festival 2026 - Der Festival Freitag und Samstag

Festival-Freitag
Die Hälfte des „Rock Harz“ Festivals hatten wir hinter uns und wir sind schon beim Festivalfreitag angelangt. Dieser startet mit Sonnenschein und einer ordentlichen Portion Wind! Zwar nervig und kalt aber kein Hindernis – außer vllt. für die Bands denn diese konnten weder ihre Band-Backdrops aufhängen oder ihre mitgebrachte Pyro nutzten, außer Nebel, davon gabs bei der ein oder anderen Band mehr wie genug. Aber davon liesen wir, die Bands und die Metalheads auf dem Infield nicht die Laune verderben.
Um 11:20 Uhr ging es los, mit einer Band die wir in diesem Jahr bereits zum zweiten mal sahen. Das erst mal überhaupt haben wir sie am „Camping Battle Ground Festival“ gesehen. Dort spielten sie eine beachtliche Headlinershow die sich gewaschen hatte. Wer sich dies festgehaltenen Spektakel noch mal reinziehen möchte , gerne auf unserer Instgramseite oder hier auf dieser Seite in der Bildergalerie zum "CBF". Nun aber wieder zurück zum "Rock Harz" Festival. "Rodeo5000" eröffneten die „Rockstage“ am Festival-Freitag, komisch es ist schon wieder ein Freitag :) wie beim "CBF" , "Rodeo500" ist also die perfekte Freitagsband :). Aber nun wieder zum wesentlichen. Die Hüte waren festgeschnürt und abging die Party mit „Rodeo 5000“. Die Country- und Bluegrass-Truppe“ verwandelte das Infield kurzerhand in einen riesigen Wild-West-Saloon. Mit rasantem Banjo-Picking, treibenden Rhythmen und jeder Menge guter Laune steckte die Band das Publikum sofort an. Im Anschluss an Songs wie"Splitternacht im PickUpTruck" ging es mit einer Band weiter, die nicht so sehr vom Genre ab weichte,.Wir machten lediglich einen kleinen Sprung vom Wilden Westen ins Mittelalter. Die Kölner Band bespielen die Bühnen bereits seit 2015 und ordnen sich selbst im „Prost-Mittelalter-Rock“ ein. „Haggefugg“ duellierten sich mit Dudelsäcken, Schalmeien und fetten Rock-Riffs, was die Metalheads sofort in absolute Ekstase versetzte. Vor der Bühne gab es kein Halten mehr. Angetrieben von tanzbaren Klängen öffnete sich der ein oder andere, staubige Moshpit, in denen mit bester Laune gesprungen und gefeiert wurde.
Gute Laune ab der ersten Band die sich durch zog, so soll das sein – gute Laune hatten auch die„Grabenschlampen“ die sowohl bei „Rodeo 5000“ als auch bei „Haggefugg“ den ein oder anderen Crowdsurfer in Empfang nahmen, "Morgensport Programm" so zu sagen. Nun wurde der Genre Sprung etwas größer denn wir befanden uns mit der nächsten Band im „Heavy-, Groove- und Hard Rock““ bereich. Das einzige was die Band mit „Haggefugg“ gemeinsam hatten, war das sie auch aus NRW kamen. Mit einer ordentlichen Dosis Benzin im Blut vereinen sie die drei Genre gekonnt, „Motorjesus“ heizte das Infield unter der „Teufelsmauer“ ordentlich ein und die Metalheads vor der Stage sorgten für „ein wenig“ Staub in der Luft.
Bei der nächsten Band war es sehr schade das kein Backdrop und keine Bühnenaufbauten aufgrund des Winds gestellt werden konnten. Es war unserer Meinung noch viel zu Hell für das was wir eigentlich von der Band kannten. 2025 sahen wir sie in Geiselwind auf dem „Metal Franconia“ Festival. Eins können wir sagen bei den richtigen Lichtverhältnissen und mit ihren Bühnenaufbauten sind „Cypecore“ ein richtiger Hinkucker was ihre Bühnenshow betrifft. Aber auch musikalisch hatten sie ordentlich was zu bieten. Gekonnt vereinen sie „Cyber-, Industrial- und Melodic Death Metal“ mit extrem tiefen, mechanisch hämmernde Gitarren-Riffs. Diese treffen auf elektronische Industrial-Synthesizer, cineastische Samples und brutale Vocals – einfach ein audiovisuelles Gesamtkunstwerk! Und auch wenn "Cypecore" einen Tages-Slot erwischt haben, es war trotzollem eine wahre Freude und ein Genuss für alle Sinne die Band wieder einmal Live gesehen zu haben. Gerne bald wieder.
Wir blieben mit der nächsten Band im „Melodic Death Metal“ Bereich und der Name der 2020 gegründeten Band ist Programm. Er stammt aus dem walisischen und bedeutet „eine tiefe Sehnsucht oder Nostalgie“ – diese emotionale Tiefe spiegelt sich auch in ihrer Musik wieder. „Hiraes“ zerlegten die Metalheads mit messerscharfen, zweistimmigen Gitarrenmelodien, einem peitschendes Schlagzeug-Fundament und mit absolut mörderischen, facettenreichen Growls von Frontfrau Britta Görtz. Britta hatte mit ihrer unfassbaren Bühnenpräsenz und ihren markerschütternden Growls das Infield von der ersten Sekunde an fest im Griff. Was man spätestens bei ihrem 3 Song zu spüren bekam. Denn Britta und einer der Gitarristen machten sich kurzer Hand auf den Weg in die Mitte des Infields und zettelten dort einen gigantischen Circle Pit an, der sich um sie herum drehte – währen dessen Sangen bzw. Spielten sie entspannt weiter. Nach dieser Hammer Show von „Hiraes“, ging es nach Norwegen – bzw. Norwegen kam in den Harz und wir bewegten uns in Richtung „Gothic-, Industrial Metal“ gemixt mit „Neue Deutsche Härte“.
2025 wurde am „Rock Harz“ die Heilige Heavy Metal Messe mit „Powerwolf“ gefeiert und in diesem Jahr war es das komplette Gegenteil, denn „Gothminister“ zelebrierten mit den Metalheads die düstere Messe der Finsternis. Mit ihrer theatralischen Horror-Show, verwandelten sie das Infield in eine düster-monumentale Kathedrale. Von „Gothministers“ ging es direkt in die irisch angehauchte „Folk-Rock“-Kneipe mit „Rauhbein“. Sie brachen die finstere Atmosphäre des vorangegangenen Auftritts mit ihrer unbändigen Spielfreude im Handumdrehen auf und verwandelten das Infield sofort in eine riesige, mitsingende Party-Meile. Mit ihrem Mix aus irischen Melodien, fetten Rock-Riffs und der sympathisch-rauhen Stimme von Frontmann Henry hatten sie die Metalheads in wenigen Sekunden in ihren Bann gezogen und es wurde geheadbangt und ordentlich gefeiert. „Rauhbein“ hatten auch ein Geschenk dabei. Sie feierten gemeinsam mit den Metalheads ihr neues Album, „Rebellen & Helden“ welches an diesem Tag releast wurde. Nachdem „Rauhbein“ mit ihren irischen Melodien für kollektive Glücksgefühle und ausgelassene Feierlaune gesorgt hatten, war es schlagartig vorbei mit der Gemütlichkeit. „Walls of Jericho“ übernahmen das Kommando und tauschten die fröhliche „Folk-Rock“-Party gegen einen absolut kompromisslosen, brutalen Hardcore-Abriss ein, der dem Infield alles abverlangte. Mit ihren brachialen, vom „Thrash Metal“ beeinflusste Gitarrenriffs und ihren Nackenbrecher-Breakdowns, gepaart mit rohen, ehrlichem Aggro-Sound der den Metalheads gerade zu mitten ins Gesicht knallte, sorgten sie für viel Staub und Bewegung auf dem Infield.
Die Erlanger „Speedfolk“-Legenden „Fiddler’s Green“ tauschten die brutalen Breakdowns von „Walls of Jericho“ gegen pfeilschnelle Violinen-Riffs ein und die Stimmung vor der Bühne änderte sich schlagartig – es ging von der staubige Hardcore-Kampfzone über in einen riesigen, springenden und tanzenden Irish Pub. Gute Laune ist ansteckend und so kam es das, dass Infield immer voller wurde und auch viele Metalheads in der Luft schwebten. Es wurde ordentlich gesurft. Die stets gut gelaunten „Grabenschlampen“ bekamen somit einiges an Arbeit in den Graben geliefert, was bei ihnen jedoch nicht zum Abriss der Guten Laune sorgte. Im Gegenteil auch im Graben wurde der ein oder andere Freudentanz veranstaltet. Auf eine wilde, epische und energiegeladene Reise in Richtung Freiheit begaben wir uns mit der nächsten Band. Sie sahen wir in diesem Jahr bereits zum zweiten mal, das erste mal im April in Geiselwind als Headliner des ersten Festivaltags der „Metal Franconia“. „Die Apokalyptischen Reiter“ hatten wieder einmal einige brachial starke Songs dabei und sorgten für Bewegung auf dem Infield, bei Songs wie „Volle Kraft“, „Es wird Schlimmer“, „Der Adler“, „Die Sonne scheint“ und der „Seemann“. Besonders beansprucht wurden die Sprunggelenke der Metalheads bei dem Song „Auf und Nieder“. Den es wurde gesprungen und das nicht zu knapp. Von Thüringen ging es nach Brooklyn NYC und schleppende „Crossover-Grooves“ gemixt mit aggressiven „Hardcore-Uptempo-Punches“ und sozialkritisch, wütenden Texten. „Biohazard“ zerlegte das Infield und die Metalheads machten gleich mit. Von New York Street Style ging es an die amerikanische Westküste, wir blieben jedoch bei „Crossover“. Der Mix aus „Nu Metal“, packenden „Hip-Hop-Grooves“ und „positiven Reggae-Vibes“, zogen die Metalheads direkt in ihren Bann. „P.O.D.“ rockte zu Songs wie „Boom“, „Rock the Party“, „Murdered Love“, „Drop“, „I Got That“ und vielen weiteren die Bühne unter der „Teufelsmauer“. Den Abschluss ihres grandiosen Set´s sorgte für pure Nostalgie unter den Metalheads , ebenso auch bei uns. Das Intro von "Youth of the Nation" erklang und die Metalheads waren "onFire" , gefolgt von "Afraid to Die". Doch ein Knaller hatten die Jungs noch im Gepäck bevor sie Stage verließen - "Alive"donnerte aus den Boxen und die Fans sangen textsicher mit. Ein Set voller Erinnerungen ... top Job !!!
Wir machten wieder einmal an diesem Tag einen recht großen Genresprung, denn es ging in Richtung „Mittelalter-Rock“, „Folk Metal“ gemischt mit „Neue Deutsche Härte“. Und wir machten nicht nur einen Spring was das Genre anbelangt, nein auch das Wetter änderte sich kurzzeitig, es wurde während „Subway to Sally“ etwas Nass von oben. Der Regenschauer war jedoch nach 3-4 Lieder wieder weg und die Sonne lies sich blicken. Los legten sie mit „Was ihr wollt“, gefolgt von „Leinen los“, „Böses Erwachen“, „Eisblumen“, „Phönix“, „Kleid aus Rosen“ und noch vielen grandiosen Songs.
Auch am Festivalfreitag war am Autogrammstunden Stand einiges los. Anzutreffen waren an diesem Tag, „Cypecore“, „Gothminister“, „Rodeo 5000“, Motorjesus“. „Fiddler’s Green“, „Hiraes“, „Haggefugg“, „P.O.D.“, „Rauhbein“, „Subway to Sally“, „Walls of Jericho“ und den Abschluss machten die Herren von „Die Apokalyptischen Reiter“. Es wurde Zeit für den ersten Headliner des Abends, und die australischen „Rock-’n’-Roll-Maniacs“ von "Airbourne" fackelten nicht lange und tauschten die mittelalterliche Romantik gegen ein hochexplosives Abrissprogramm.
Vom ersten Akkord an feuerten sie ein Riff-Gewitter ab, das den Rock Harz-Metalheads das Bier direkt aus den Bechern vibrieren ließ. Frontmann Joel O'Keeffe, der im Dauersprint über die Bühne fegte und das Publikum permanent anstachelte, sorgte für ordentlich Energie. „Airbourne“ feuerte eine Classic – Rock – Hymne nach der anderen ins Infield und nicht nur das. Frontmann Joel begab sich auch kurzer Hand auf den Schultern eines seiner Crew Mitglieder in die Mitte des Infield. Während er weiterhin Gitarre spielte, folgte die traditionelle Bierdosendusche. Es ging von einer Knallerband zur Nächsten. Somit ging es mit dem zweiten Headliner des Abends weiter. Nun übernahm eine absolute Institution des deutschen Extrem-Metals das Kommando. Mit Songs wie „Seven Serpents“, „Hail to the Hordes“ und „Enemy of God“ sowie vielen weiteren Knallern rockten „Kreator“ die Stage! Eines der Highlights im Set der Thrash-Metal Urgesteine war die musikalische Unterstützung durch Britta Görtz. Die Frontfrau von "Hirnes" fegte noch einmal für diesen Tag über die "Rock Stage".
Einmal schnipsen bitte – und schon war es Zeit für die letzte Band des Tages, die Schweizer Folk Band war auch eine der Bands die wir vergangenes Wochenende am „Rock am Härtsfeldsee“ gesehen hatten. Zum Tages Abschluss sorgte das „Saint City Orchestra“ noch mal für ordentlich gute Laune bei den Metalheads . Das Infield war selbst zu später Stunde noch gut gefüllt. Für uns ging im Anschluss und ausgelassener Irish-Pub-Laune in Richtung Camp und ab ins Bett.
Festival-Samstag
Nachdem das „Saint City Orchestra“ die Nacht mit einer ausgelassenen Folk-Rock-Party verabschiedet hatte, hieß es: Wunden lecken, Kaffee kochen und den Staub aus den Klamotten klopfen. Der leider schon letzte Festivaltag brach über dem Harz an! Und wer eignet sich besser, um die müden Knochen am frühen Mittag wieder auf Betriebstemperatur zu bringen, als eine ordentliche Ladung Industrial Modern Metalcore?
„Pinhead“ enterten die Bühne und verpassten den noch leicht verschlafenen Metalheads im Infield genau den Weckruf, den sie gebraucht hatten. Mit der nächsten Band wurde der Rhythmus spürbar schwerer und düsterer. Schluss mit den fröhlichen Melodien – jetzt war Nackentraining der härteren Gangart angesagt. „Drone“ aus Niedersachsen kombinierten gekonnt aggressiven, klassischen Thrash Metal mit tonnenschweren, treibenden Mid-Tempo-Grooves des Modern Metal.
Bei der dritten Band des Tages hatten wir – wie schon bei der ein oder anderen Band in dieser Woche – ein Déjà-vu. Denn auch die Jungs aus Großbritannien sahen wir bereits, als sie die Bühne beim „Rock am Härtsfeldsee“ rockten. „Tailgunner“ legten los mit „Midnight Blitz“, „White Death“, „Shadows of War“ sowie noch einigen mehr.
Die nächste Band des Festivalsamstags kannten wir bereits etwas länger und hatten sie schon das ein oder andere Mal gesehen – zuletzt auf dem diesjährigen „EasterXcross“. Die Abtsgemünder Jungs von „Necrotted“ sorgten mit ihrem Mix aus Deathcore, Technical- und Brutal Death Metal für ordentlich Bewegung, und es wurde ganz schön staubig.
Von Abtsgemünd nach Schweden ist es ein Stück, auf dem „Rock Harz“ jedoch nur ein Katzensprung. Das Familienprojekt „Tungsten“ war an der Reihe und versorgte die Ohren der Metalheads mit Symphonic Power Metal, gepaart mit Folk und Modern Metal. Die gute Laune von der Stage übertrug sich direkt auf die Metalheads. Basser Karl Johansson wanderte kurzerhand rüber auf die andere Stage und schaute spielend beim Aufbau für „Crypta“ vorbei. Die Aufbau-Crew stieg spontan ein und sie jammten eine Runde gemeinsam.
Weiter ging es mit den Mädels aus Brasilien: Die All-Female-Death-Metal-Band „Crypta“ zerlegte das Infield und heizte den Metalheads ordentlich ein. Vierzig Minuten lang gaben sie alles und verlangten dem Publikum ebenso viel ab – es wurde ordentlich geheadbangt und gemosht.
Danach ging es weiter mit einem Mix aus Thrash- und Speed Metal aus Dänemark. „Artillery“ gibt es seit 44 Jahren; sie wissen genau, wie man eine Bühne rockt, und genau das taten sie auch.
Im Anschluss ging es mit Symphonic Power Metal und einer Band aus Schweden weiter. Wir sahen sie zuletzt im Winter 2025, als sie mit „Battle Beast“ auf ihrer „Steelbound“-Tour mit „Dominum“ unterwegs waren. „Majestica“ sind für uns also keine Unbekannten – sie brachten gute Laune und Bewegung in den Bühnengraben. Die „Grabenschlampen“ bekamen gut zu tun, denn es wurde die ein oder andere Runde gesurft. Sie hatten einen bunten Mix ihrer Songs dabei und starteten ihr Set mit „Power Train“, „Night Call Girl“ und „Megatrue“, gefolgt von „Thunder Power“, „Rising Tide“, „No Pain, No Gain“ und noch einigen Hammer-Songs mehr.
Wer nicht für Power Metal zu haben war, kam vermutlich mit der nächsten Band eher auf seine Kosten: Weiter ging es mit einer Post-Hardcore-, Metalcore- und Alternative-Metal-Band aus Halle. Mit Djent-lastigen Gitarrenriffs in Kombination mit ausgefeilten elektronischen Elementen und atmosphärischen Pop-Strukturen lieferten „Annisokay“ gekonnt ab und sorgten für den ein oder anderen Circle- und Moshpit. Mit im Gepäck hatten sie Songs wie „H.A.T.E.“, „Calamity“ und „STFU“.
Schon mal was von Humppa in Kombination mit Folk- und Black Metal gehört? Wir auch nicht – bis zum Auftritt der finnischen Band „Finntroll“. Sie haben die perfekte und zugleich bizarre Fusion aus rasanten Blastbeats, sägenden Black-Metal-Gitarren und extrem eingängigen, fröhlichen Keyboard- und Akkordeon-Melodien geschaffen. In Kombination mit ihren schwedischen Texten – ja, richtig gelesen, die finnische Band singt Schwedisch – haben sie den perfekten Troll-Sound erschaffen.
Nachdem „Finntroll“ das Infield mit ihren Humppa-Rhythmen und Trollohren in einen wilden skandinavischen Hexenkessel verwandelt hatten, wurde es Zeit für ein wenig Rock ’n’ Roll mit einer Band aus Kanada. Mit seinem Song „Guess Who’s Back“ betrat „Danko Jones“ die Rockharz-Bühne. Nahtlos ging es weiter mit „Get High?“, „I’m in a Band“, „I Gotta Rock“ und vielen weiteren seiner Hits.
Am letzten Tag verteilten Tungsten, Pinhead, Annisokay, Artillery, Necrotted, Crypta, Knorkator, Feuerschwanz, Drone, Finntroll und Danko Jones die letzten Autogramme unter der Teufelsmauer für dieses Jahr.
Weiter ging es mit der unangefochtenen, weltweit verehrten „Queen of Heavy Metal“: Seit über vier Jahrzehnten steht die Düsseldorfer Ikone für puren, ehrlichen Heavy Metal und unbändige Leidenschaft – für uns war „Doro“ eines der absoluten Highlights des Festivalsamstags. Los ging es mit „Earthshaker Rock“, direkt gefolgt von „I Rule the Ruins“, „Time for Justice“, „Burning the Witches“, „Fight for Rock“ und vielen weiteren Knallersongs, die passend mit der ein oder anderen Feuer-Pyro untermalt wurden. Obwohl sie eigentlich keine Zeit mehr hatten, hauten sie nach „All We Are“ noch „Metal Racer“ als schnelle Zugabe raus.
Nachdem Doro das Infield mit ihren ewig jungen Heavy-Metal-Klassikern in ein Meer aus Pommesgabeln verwandelt hatte, war es Zeit für eine gehörige Dosis gepflegten Wahnsinns im bunten Kittel (der spätestens nach dem ersten Lied abgelegt wurde). Die 1994 in Berlin gegründete Industrial-, Fun-Metal- und Neue-Deutsche-Härte-Band – und zugleich die „meiste Band der Welt“ – „Knorkator“ war an der Reihe.
Mit dem Song „Das Unheil“ betrat Stumpen die Stage, weiter ging es mit „Buchstabe“ und „Es kotzt mich an“. Dann sprang Frontmann Stumpen kurzerhand von der Bühne – über die Köpfe der Fotografen hinweg – auf die Absperrung des Grabens. Es ist mittlerweile Tradition bei Knorkator, dass sie die Fotografen beim dritten Lied auf die Bühne holen – gesagt, getan: Die Fotografen stürmten die Bühne, ließen sich mit Poolnudeln verhauen und gingen wieder. Wir holten uns in der Zwischenzeit einen leckeren Burger.
Wo ist die Zeit nur hin? Wir kommen nun schon zum ersten Headliner des leider letzten Festivaltages an der Teufelsmauer für 2026. Von Berlin ging es nach Norwegen und zu feinstem Symphonic Black Metal. „Emperor“ hüllten das Infield mit „Into the Infinity of Thoughts“, „In the Wordless Chamber“, „With Strength I Burn“ und weiteren ihrer Songs in eine düstere Nebellandschaft. Die Metalheads sorgten für Bewegung auf dem Infield, aber auch im Bühnengraben, und stellten sicher, dass den Grabenschlampen nicht langweilig wurde. Mit „I Am the Black Wizards“, „Inno a Satana“ und „Ye Entrancemperium“ beendeten sie ihr Set und machten die Bühne frei für den nächsten Headliner des Abends.
Zwischen den beiden Headlinern wurde es auf der Rockstage noch einmal richtig feierlich: Die Veranstalter und die gesamte Crew betraten die Stage, um sich bei den Metalheads für die fantastische Stimmung zu bedanken. Ein ganz besonderer Moment folgte sogleich: Dem langjährigen Medienpartner metal.de wurde herzlich zum 30-jährigen Jubiläum gratuliert und feierlich ein Geschenk überreicht. Genau solche Momente zeigen, was diese Familie ausmacht – 2027 kann gar nicht schnell genug kommen!
Die Bühne wurde geräumt und es war Zeit für die vorletzte Band des Tages, es war ebenfalls eine der Bands, die wir am vergangenen Wochenende beim „Rock am Härtsfeldsee“ bereits sehen durften. Die Mittelalter-Folk-Heavy-Metal-Band „Feuerschwanz“ machte auch an diesem Tag ihrem Namen alle Ehre. Sie heizte den Metalheads so richtig ein und hatte bei ihrem Song „Valhalla“ einen Ehrengast auf der Bühne: Doro rockte gemeinsam mit Feuerschwanz die Bühne – es war einfach der Hammer! Nach diesem Knaller wurde es emotional: Prinz R. Hodenherz erzählte, welche Verbindung er zum Rockharz Festival hat, und widmete die darauffolgenden Songs seiner bereits verstorbenen Mutter. Das Infield verwandelt sich bei „Im Namen der Rose“ in ein Lichtermeer – es war wunderschön.
Nachdem sich Feuerschwanz von den Metalheads verabschiedet hatten, war es auch schon Zeit für die letzte Band der Woche. Mit schwedischem Progressive Metal wurde noch einmal alles gegeben und „Soen“ beendeten das Rockharz 2026.
Wir freuen uns bereits auf 2027 und sind gespannt, was nach den ersten Knaller-Bands noch folgen wird!
Und wer von Euch nun Lust auf 2027 bekommen hat, leider müssen wir Euch sagen, das Festival für 2027 war in Rekordzeit ausverkauft. Hierzu nun die Worte des Veranstalter-Teams.
ROCKHARZ 2027 erneut in Rekordzeit ausverkauft – Rückblick, Ausblick und Festivalfilm!
Das ROCKHARZ 2026 ist Geschichte – und noch während der Abbauarbeiten stellte der VVK für das ROCKHARZ 2027 einen neuen Rekord auf: Innerhalb von nur 15 Stunden nach der exklusiven Öffnung des Ticketshops für Bestandskunden waren bereits 90 % aller verfügbaren Tickets verkauft! Nach Öffnung des regulären Vorverkaufs dauerte es dann nur noch 25 Minuten, bis die Veranstalter SOLD OUT für das kommende Festivaljahr melden konnten.
Für diesen enormen Vertrauensbeweis zeigt sich das Veranstalterteam mehr als dankbar und versteht die ungebrochene Treue der Fans zugleich als Auftrag und Herausforderung für die Zukunft. Tausende Fans haben gezeigt, was die ROCKHARZ-Community so besonders macht: Zusammenhalt, Leidenschaft und eine unbändige Vorfreude auf vier Tage Rock & Metal an der Teufelsmauer.
Doch auch auf das zurückliegende Festival blickt der Veranstalter positiv und mit Dankbarkeit zurück:
Über 25.000 Fans feierten zu Alice Cooper, Kreator, Feuerschwanz, Helloween und vielen weiteren ein friedliches und in seiner Atmosphäre einmaliges Festival, auf dem auch in diesem Jahr wieder acht standesamtliche Hochzeiten abgehalten wurden.
Das im letzten Jahr eingeführte Anreise- und Verkehrskonzept erwies sich erneut als großer Erfolg, Hunderte Gäste trugen sich in das Gipfelbuch unter dem Kreuz des großen Gegensteins ein und ca. 45 Essens- und Getränkestände sorgten mit einer ausgewogenen Auswahl für das leibliche Wohl. Gut 700 Helfer sorgten zudem hinter den Kulissen für ein reibungsloses und sicheres Festivalerlebnis, und auch beim Herzensthema Inklusion konnte ein weiterer Meilenstein verzeichnet werden: Über 500 Personen mit Behinderungen und deren Begleitpersonen (im Vorjahr 320) nahmen das Angebot einer Herberge im Inklusionscamp an – was das ROCKHARZ in seinem außerordentlichen Einsatz in diesem Bereich einmal mehr bestätigt. Die für Menschen mit Sehbehinderung konzipierte ROCKHARZ Kompass App, welche u. a. eine Turn-by-Turn-Navigation über das Festivalgelände zu nahezu allen POIs, Essens- und Getränkeständen bereitstellt und dabei auch weiterführende Infos wie Preise, Running Order und Autogrammstunden bietet, verzeichnete vierstellige Download-Zahlen und zeigt damit, dass inklusive Angebote auch einen echten Mehrwert für alle Festivalbesucher bieten.
Vorschau ROCKHARZ 2027
Noch auf dem Gelände wurden die ersten Highlights des ROCKHARZ 2027 (7. bis 10. Juli 2027) bekannt gegeben. Gleich 29 Bands, so viel wie nie zuvor zu diesem Zeitpunkt, sind bereits bestätigt: ACCEPT, ALESTORM, ALL FOR METAL, ARCH ENEMY, BRUCE DICKINSON, COPPELIUS, DARTAGNAN, DUST BOLT, EISBRECHER, EMIL BULLS, EQUILIBRIUM, GRAVE DIGGER, GUTALAX, GWAR, HANDGEMENG, H-BLOCKX, IGEL VS. SHARK, KATERFAHRT, KORPIKLAANI, LORD OF THE LOST, MARDUK, METAL CHURCH, NESTOR, SETYØURSAILS, SKĀLD, TANKARD, STORM SEEKER, THE SISTERS OF MERCY und TURBOBIER werden unter anderem dabei sein.






















